Traseyo - traumasensibles Yoga
Yoga boomt, Trauma ist fast schon ein Schlagwort geworden. Aber die Kombination von beidem → traumasensibles Yoga? Und was bedeutet Traseyo?
Der Begriff „Traseyo“ setzt sich zusammen aus: TRAumaSEnsibles YOga. Diese Wortschöpfung soll im Besonderen die Kombination aus Fachwissen über Yoga mit Fachwissen über Trauma und damit die Besonderheit dieses bislang einmaligen Konzeptes zum Ausdruck bringen. Grundlage von Traseyo ist klassischer Yogaunterricht, der sich Jahrtausende alter Übungen bedient. Neu ist die Berücksichtigung der aktuellen Forschungen im Bereich Trauma und der besonderen Bedürfnisse traumatisierter Menschen auf verschiedenen Ebenen.
Traseyo ist somit klassischer Yogaunterricht, der Fachwissen über Yoga mit Fachwissen über Traumata vereint und speziell auf die Bedürfnisse traumatisierter Menschen eingeht.
Warum Yoga bei Trauma?
Traumatische Ereignisse haben einen massiven Einfluss auf unser Nervensystem und unseren gesamten Organismus inklusive unserer Psyche. Die Traumaforschungen der letzten Jahre zeigen deutlich, dass Traumata physiologische Ursachen haben, die dann in alle Teile der Persönlichkeit ausstrahlen können. Daraus folgert, dass die Arbeit mit dem Körper, genauer gesagt mit dem Nervensystem, ein wichtiger Bestandteil der Heilung sein sollte. Traseyo kann eine wichtige Begleitung auf diesem Weg sein, da es bewußt diese Veränderungen im Nervensystem in der Unterrichtsgestaltung aufgreift. Yoga an sich hat ebenfalls massiven Einfluss auf unser Nervensystem und unsere Psyche - in positiver Art und Weise. Neuere Forschungen rund um den renommierten Traumaforscher Dr. Bessel van der Kolk haben bestätigt, dass traumasensibles Yoga für Betroffene therapiebegleitend eine große Unterstützung sein kann.
Wie kann mir Yoga konkret helfen?
Als Mensch mit traumatischen Erfahrungen kann es schwierig sein, sich Gutes zu tun. Die Arbeit mit dem Körper scheint manchmal unmöglich. Vielleicht spüren Sie sich und ihren Körper nur wenig oder gar nicht, auch Selbstverletzung ist oft eine der Traumafolgen. Soziale Ängste und Unsicherheiten im Umgang mit anderen Menschen und Gruppen können ebenso auftreten. Aber auch wenn die genannten Punkte nicht auf Sie zutreffen, kann der Schritt, einen Yogakurs zu machen ein Wagnis oder eine Herausforderung sein. Daher möchte ich Ihnen schon auf dieser Homepage erste Informationen zukommen lassen, die um einen solchen Schritt zu gehen, vielleicht für Sie wichtig sein könnten.
Yoga ist und ersetzt keine Therapie, aber Yoga kann ein wichtiger Begleiter sein auf dem Weg zur Heilung.
Nach gewisser Zeit regelmäßiger Übung kann es zu einigen dieser Auswirkungen kommen:
- Erlernen von Entspannung von Körper, Geist und Seele
- Verbesserte Körperwahrnehmung
- Größere seelische Ausgeglichenheit und Stabilität
- Erhöhte Präsenz im Hier und Jetzt
- Höhere Konzentrationsfähigkeit
- Sowie weitere positive Auswirkungen
Diese Entwicklungen benötigen Zeit. Yoga ist kein schnelles Mittel um Veränderungen zu erreichen, auch wenn schon nach einigen Stunden kleine Veränderungen spürbar sind. Regelmäßig praktiziert sind aber die Veränderungen deutlich und lang anhaltend.
Was ist traumasensibel an diesem Angebot?
Traumasensibel sind mehrere Punkte, von denen hier nur einige wenige genannt werden können.
- Wertschätzung:
Dies ist der Punkt, den ich an die erste Stelle setzen möchte. Wenn Sie zu einer Yogastunde kommen, ist das oft ein großer Schritt. Wichtig ist, dass Sie da sind, dass Sie die Entscheidung getroffen haben, etwas Gutes für sich zu tun. Davor habe ich hohen Respekt. - Begleiten an Ihrer Kompetenz entlang:
Sie kennen sich selbst am Besten und können wählen, ob, wie und wie lange sie eine Übung machen möchten. - Inhaltliche Gestaltung der Yogastunde:
Die Gestaltung der Stunde wird den Veränderungen des Nervensystems bei Trauma angepasst, was ein elementares Element des Konzeptes ist. Ebenso wichtig ist es, die besonderen Bedürfnissen der TeilnehmerInnen nach Trauma zu verstehen und im Unterricht umzusetzen. Bei all dem bleiben die Grundlagen, Techniken, Hintergründe des klassischen Yoga erhalten. Näheres zum Konzept erhalten Sie bei den regelmäßig stattfindenden Informationsveranstaltungen. - Sichere Umgebung:
Traseyokurse sind innerhalb des Yogazentrums nicht besonders ausgewiesen. Für andere Besucher des Yogazentrums ist nicht ersichtlich, ob Sie klassischen Yogaunterricht oder traumasensiblen Unterricht nehmen. - Qualifikation der Yogalehrerin:
Nur durch meine vielfältigen Qualifikationen im Bereich Yoga und vor allem im Bereich Trauma und Traumatherapie kann ich Ihnen verantwortungsvoll dieses Angebot machen. Dies möchte ich hier in aller Deutlichkeit betonen: nach über 2 Jahren Traseyo-Erfahrung wird es mir auch heute noch in jeder Unterrichtsstunde deutlich, wie wichtig es für die TeilnehmerInnen ist, dass ich im Bereich Trauma(therapie) konkretes Handwerkszeug und fachliches Wissen besitze. Als reine Yogalehrerin ohne Traumaausbildungen würde ich dieses Angebot nicht verantwortungsvoll machen können. Sie können sich darauf verlassen, dass ich keine Angst vor Trauma mit allen Folgestörungen habe und Sie im Bedarfsfall auch wieder aus einem Flashback oder einer Dissoziation gut herausbegleiten kann.
Für wen eignet sich Traseyo?
Das Angebot richtet sich an Menschen ab etwa 15 Jahren, die traumatische Erfahrungen machen mussten.
Yoga in der Form dieses Angebots beinhaltet Einzel- oder Gruppenunterricht sowie Seminare. Sie müssen weder gelenkig noch sportlich sein. Jeder, unabhängig von Alter, Gewicht, Art des Traumas oder Religion kann Yoga machen. Yoga besteht aus Atem- und Körperübungen (bei denen Muskeln gedehnt und gekräftigt werden, Gelenke flexibler werden) sowie aus Phasen der Entspannung. Es geht nicht darum, auf dem Kopf zu stehen oder die Beine hinter den Nacken zu bringen. Sie benötigen keine Vorkenntnisse im Yoga, gleichzeitig sind Vorkenntnisse kein Hindernis, an den Kursen oder Einzelstunden teilzunehmen.
Was noch wichtig ist
Wichtig ist, dass Yoga keine Therapie ist und keine Therapie ersetzt. Wenn Sie sich für die Teilnahme an diesem Angebot interessieren, sollten Sie in Therapie oder psychologischer Beratung sein oder bereit sein, sich Unterstützung zu holen.

